Ein Zitat von Theodor Storm besagt: „Wer je gelebt in Liebesarmen, der kann im Leben nie verarmen“. Wer sehnt sich nicht nach der wahren und ewigen Liebe? In Filmen und Büchern wird man geradezu damit überschwemmt. Liebe scheint das Wichtigste das Welt zu sein. Die meisten würden das bestätigen.

In Deutschland gibt es zurzeit mehr als 11 Millionen Singles. Davon wollen über die Hälfte eine Beziehung haben und suchen danach. Früher beschränkte man sich bei der Partnersuche auf Bars, Clubs oder den Arbeitsplatz. Heute wird das Flirten im Internet immer beliebter. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich immer mehr Leute einen Zugang zur virtuellen Welt besorgen, aber auch, dass man positive Resonanzen aus dem Freundeskreis, den Medien oder anderen Quellen entnimmt. Weitere Gründe wären Schüchternheit oder keine Zeit, im „wahren Leben“, dem so genannten „real life“ zu suchen. Das Internet ist nach privaten Feiern die beliebteste Art, Menschen zu „treffen“.
Die Wirtschaft hat sich dem Dating-Boom angepasst. Im Vergleich sind Partnerbörsen in Deutschland beliebter als in den USA, dem Geburtsland von Internetflirts. Woran das liegt? Wahrscheinlich an der Neugier, die in den USA bereits etwas abgekühlt ist. Studien ergaben, dass deutsche Webseiten wie friendscout24.de oder neu.de um einiges beliebter als Ableger von amerikanischen Partnerbörsen. Einige davon sind kostenpflichtig, also hat auch die Wirtschaft einen gewissen Vorteil. Der interessierte Chatter hat eine Auswahl von 2500 Seiten, auf denen man Leute kennen lernen kann, zum Beispiel die Plattform Factoryflirt, wo man Singles aus Dresden kennen lernen kann. Für jeden müsste sich etwas finden lassen, egal ob er oder sie nach homo- oder heterosexuellen Bindungen sucht.

Die Erfolgschancen im Internet sind höher als im echten Leben, was vor allem daran liegt, dass sich die meisten Menschen durch die scheinbare Anonymität leichter auf Gespräche einlassen. Im Jahr 2004 kamen laut einer Umfrage über 40 Millionen Verabredungen mit Internetbekanntschaften zustande und 51% der Befragten konnten sogar sexuelle Erlebnisse vorweisen.
So gut sich die ganze Geschichte mit der Liebe per Internet auch anhört, sollte man jedoch nicht die negativen Aspekte au?er acht lassen. Es ist allgemein bekannt, dass viele Menschen Ihre Profile leicht aufmotzen, übertreiben oder gar dreist lügen. Hätten Sie aber gedacht, dass dies 90% der Chatter, also fast alle machen? Viele Männer schummeln in Bezug auf ihre Größe und viele Frauen machen sich ein paar Kilogramm dünner, als sie wirklich sind. Viele Leute scheuen auch die Preisgabe von persönlichen Daten, die bei der Anmeldung bei Partnerbörsen oft verlangt werden, zum Beispiel Wohnort, Geburtsdatum, Beruf. Andere Leute könnten Missbrauch mit den Daten betreiben und so die Beziehungssuchenden schädigen. Wenn man jedoch nichts zu verbergen hat, sich gerne zeigen möchte und dem Chatpartner gegenüber auch gerne in die Augen schauen möchte, dann eignen sich Videokonferenzen perfekt dazu. Sie ermöglichen es den Chattern, sich ein genaues Bild von dem Chatpartner zu machen.
Es gibt es noch viele Vorteile, was die Partnersuche im Internet betrifft. Beispielsweise denken viele, dass das World Wide Web nur für Verlierer geeignet ist, die keine Beziehungen knüpfen können oder dass man nur Lügner findet. Das stimmt zwar, wie oben beschrieben, aber es handelt sich doch eher um kleine Flunkereien. Derbe Lügen sind äußerst selten.
Nicht jeder Internetnutzende, der auf der Suche nach einer Beziehung ist, findet auch eine. Woran liegt das? Manche benutzen falsche Nicknames, also Pseudonyme. So legen 73% der Frauen Wert auf „normale Namen“, wie Kai75, wobei 54% der Männer Fantasie-Namen wie „HonigBiene“ am liebsten sind. Beide Geschlechter sind sich einig dass sie versexte Namen wie „Dicke Dinger“ eher abschreckend finden, wenn man auf der Suche nach einer Beziehung ist.
Ein weiteres Risiko ist es, süchtig nach dem Chatten zu werden. Das Internet kann genauso eine Droge sein, wie beispielsweise Alkohol oder Nikotin. Sollte man an sich beobachten, dass einem die virtuelle Welt immer wichtiger wird und man sich ein Leben ohne kaum noch vorstellen kann, sollte man seinen Konsum extrem einschränken. Hilfe bekommt man bei der Drogenberatung.
Ist Online Dating nun gut oder schlecht? Das sollte jeder für sich selbst entscheiden, aber aufgrund des starken Zuwachses von Beziehungen, die online geschlossen wurden, kann man gerne einen Versuch starten.